Viele Jahre lebte ich fast ausschließlich an meinem jeweiligen Wohnort. Am
liebsten war ich daheim und bewegte mich nicht weg. Reisen in andere
Gegenden interessierten mich schlichtweg nicht.
1995 geschah ein Wandel. Es begann damit, dass Klienten mich einluden,
an ihren Wohnorten Seminare zu geben. Immer öfter brach ich in für mich
bis dahin unbekannte Gegenden auf und erfuhr, dass jeder Ort seine
eigenen Schwingungen und Schicksale birgt. Ich erlebte, wie die ängstliche
Zurückhaltung durch die fortgesetzte Übung des immer neuen Aufbrechens
und mich immer neu Einlassens langsam schmolz.
Inzwischen erfahre ich
jede Reise als Befreiung und jeden Aufbruch als Übung der Nicht-Anhaftung.
Es war für mich ein Geschenk, mit den Teilnehmern in Sizilien viele
Male die Energie des Ätna für die Schattenarbeit zu nutzen. In Krakau beim
Aufstellen das deutsch-polnisch-jüdische Kollektiv zu erforschen und in
Auschwitz das Grauen und den tiefen Frieden in einem zu erkennen.
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Inzwischen führte mich die Arbeit in dieser Weise des Erforschens in viele
europäische Länder und in die USA. Ich lasse mich von den Landschaften,
von der Schönheit der Natur und der jeweiligen Kultur erfüllen und
bereichern. Ganz oft sehe ich an den Klienten, die mich begleiten, wie auch
sie sich ausdehnen und oft in den verschiedenen Gegenden ihr Inneres in
ganz neuen Facetten erforschen.
Widerstand löst sich auf, Freude am
Entdecken und Abenteuer werden geweckt. Oft lernen Teilnehmer nicht nur
sich im Inneren zu erforschen, sondern auch im Außen zu genießen.
Sie teilen miteinander die Schönheit und die Schrecken dieser Erden und
erweitern so ihre Fähigkeit zu lieben und bewusst zu sein.
Während dieser Reisetage ist die Zeit meist so eingeteilt, dass es am
Morgen und am Abend Innere Arbeit und Möglichkeit für Meditation und
Selbsterforschung gibt. In der übrigen Zeit machen wir Exkursionen oder
ziehen uns in Stille zurück, um uns zu erholen.
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